Die fortschreitende Biodiversitätskrise zeigt sich in Deutschland besonders deutlich am Insektenrückgang, der unter anderem auf die intensive Landwirtschaft zurückzuführen ist. Neben dem Einsatz von Pestiziden und der zunehmenden Strukturarmut der Landschaft ist insbesondere die Grünlandmahd für den Rückgang von Spinnen und Insekten verantwortlich.
Im Rahmen des Kooperationsprojekts „INSOEL – Insektenscheuchen für den ökologischen Landbau” arbeiten Wissenschaftler:innen der Universitäten Tübingen und Hohenheim zusammen, um die Spinnen- und Insektenvielfalt im ökologisch bewirtschafteten Grünland zu erhalten.
Hierfür werden Insektenscheuchen entwickelt, welche die Spinnen und Insekten gezielt vor dem Mähwerk vergrämen und somit schützen sollen. Basierend auf Voruntersuchungen werden sowohl kostengünstige Metallbügelscheuchen als auch technisch anspruchsvollere Gebläsescheuchen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, Energieeffizienz und Praxistauglichkeit in Kombination mit Scheibenmähwerken optimiert und untersucht. Das Ziel sind Insektenscheuchen, die an moderne, schlagkräftige Scheibenmähwerke angebracht werden können und eine effiziente, aber trotzdem biodiversitätsschonende Mahd ermöglichen.
Durch die enge Zusammenarbeit mit Ökoverbänden und landwirtschaftlichen Praktiker:innen soll eine hohe Akzeptanz erreicht werden, um die Technik erfolgreich in den Ökolandbau zu integrieren. Langfristig soll damit eine wirtschaftlich tragfähige und zugleich biodiversitätsschonende technische Möglichkeit für die Grünlandmahd etabliert werden.